Lohnkosten und Gehälter in Rumänien  
     
 

Die Löhne und Gehälter sind in Rumänien unterschiedlich. Wie überall hängt die Höhe eines Gehaltes von der Branche, der Qualifikation und der Region ab. In den Städten werden höhere Löhne gezahlt als auf dem Land. Die Lohnnebenkosten betragen 45%, die sich Arbeitnehmer und -geber teilen.

Seit dem 1. Januar 2006 beträgt der gesetzliche
Bruttomindestlohn in Rumänien 330 neue Lei (RON, umgerechnet etwa 94 Euro).

 
 



 

 
  Folgende Nettolöhne sind für unterschiedliche Berufsgruppen einzuplanen:  
  Ungelernte Arbeitskraft: 94 bis 220 Euro  
  Facharbeiter: 150 bis 400  Euro  
  Kaufmännischer Angestellter: 180 bis 450 Euro  
  Ingenieur: 300 bis 1500 Euro  
  Geschäftsführer: je nach Größe der Niederlassung 600 bis 3500 Euro  
     
  Arbeitgeberanteile, Grundlage Bruttolohn:  
  Sozialversicherung: 19,75 %  
  Arbeitslosenversicherung: 2,5 %  
  Krankenversicherung: 7 %  
  Zusätzliche Krankenversicherung: 0,75 %  
  Unfallversicherung: 0,961 %  
  Arbeitskammergebühr: 0,75 %  
  Summe der Arbeitgeberanteile: 31,71 %  
     
  Arbeitnehmeranteile, Grundlage Bruttolohn:  
  Sozialversicherung: 9,5 %  
  Arbeitslosenversicherung: 1%  
  Krankenversicherung: 6,5 %  
  Summe der Arbeitnehmeranteile:17 %  
     
  Im Jahr 2004 waren die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde in:  
  Deutschland: 26,56 Euro  
  Europäische Union 20,79 Euro  
  Rumänien 1,64 Euro  
     
  Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn im Jahr 2004 war in:  
  Deutschland: 2275,00 Euro  
  Europäische Union 2220,00 Euro  
  Rumänien 233,00 Euro  
     
 

Der oben angegebene Mindestlohn kann aber allenfalls der groben Orientierung dienen, da die Lohnhöhen in Rumänien regional und branchenbezogen sehr unterschiedlich sind und üblicherweise über diesen gesetzlichen Mindestlohn hinausgehen. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden. Die durchschnittlich zulässige Zahl an Überstunden beträgt pro Woche 8 Stunden (zuvor waren 8 Überstunden im Monat erlaubt).

Der
durchschnittliche Bruttolohn lag zu Beginn des Jahrs 2006 bei 1.100 RON (ca. 305 Euro). Die höchsten Löhne werden im Finanzbereich (durchschnittlich etwa 2.400 RON, ca. 680 Euro) und im Flugverkehr (durchschnittlich 1.623 RON, ca. 460 Euro) gezahlt. Die niedrigsten Löhne bestehen in den Branchen der Holzverarbeitungsindustrie (453 RON, ca. 130 Euro) und im Gastgewerbe (464 RON, ca. 132 Euro). Ein leichter Rückgang des durchschnittlichen Nettolohnes wurde in der Metallindustrie (895 RON, ca. 262 Euro) verzeichnet. Auch im Transportwesen und im Fremdenverkehr ging der Bruttolohn um 6% auf 1018 RON (ca. 298 Euro) zurück, ebenso in der Förderindustrie, in der die Löhne um 8,8% auf 1120 RON (ca. 327 Euro) gesunken sind. Dagegen wurden durchschnittliche Lohnerhöhungen von etwa 6,3% auf 1160 RON (ca. 339 Euro) in den Bereichen Energie, Heizung, Erdgas- und Wasser-Lieferanten nach Auszahlung von Prämien und Überstunden festgestellt.

Der
durchschnittliche Nettolohn lag zu Beginn des Jahres 2006 bei 826 RON (ca. 230 Euro) gestiegen. Im Juli 2005 ist der durchschnittliche Nettolohn um 1,2% gegenüber dem Vormonat gestiegen und lag damit erstmals über 200 Euro (730 RON, ca. 209 Euro).

 
     
 

In Rumänien finden Sie ein niedriges Lohnniveau, insbesondere abseits der wirtschaftlichen Zentren Bukarest, Timisoara, Cluj und Sibiu. Insbesondere für das produzierende Gewerbe ist als Standortwahl eine Lage abseits dieser Zentren von wirtschaftlich großem Vorteil. In Wirtschaftszentren wie Bukarest, Timisoara, Cluj und Sibiu oder anderen aufstrebenden Regionen sind die Durchschnittslöhne deutlich höher als im übrigen Rumänien.

In diesen Regionen existiert kaum Arbeitslosigkeit, hier besteht aufgrund der zahlreichen westlichen Investitionen eine große Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften. Im Osten des Landes und in den wirtschaftlich schwächer entwickelten Kreisen liegen die Lohn- und Gehaltsstrukturen im unteren Bereich der oben genannten Intervalle.

In größeren Städten und im wirtschaftlich gut entwickelten Westen Rumäniens sollte mit den mittleren bis hohen Werten kalkuliert werden. In der Hauptstadt Bukarest ist das mit Abstand höchste Lohn- und Gehaltsniveau innerhalb Rumäniens. Hier muss unter Umständen je nach Branche und Qualifizierung mit dem 2 bis 5-fachen dieser Zahlen gerechnet werden. Auch in Wirtschaftszentren wie Timisoara, Cluj, Sibiu oder anderen schnell wachsenden Regionen sind die Löhne und Gehälter vergleichsweise höher als im Landesdurchschnitt. Zudem ist in diesen Regionen die Arbeitslosigkeit ausgebildeter Fachkräfte gering oder nahezu nicht vorhanden. Daher findet bereits vereinzelt eine Art Wettbewerb um Arbeitskräfte statt, der direkte Auswirkungen auf das Lohnniveau mit sich bringt.

Dies gilt insbesondere für gut ausgebildete Fachkräfte im kaufmännischen Bereich und/oder für Buchhalter. Spitzenkräfte, Manager und Topingenieure werden frei verhandelt und können in Einzelfällen westliches Niveau erreichen. Generell ist die Entlohnung in Unternehmen mit ausländischem Kapital etwa 10 bis 20% höher als in rumänischen Firmen. 

Im Allgemeinen werden in Rumänien Nettolöhne verhandelt. Rechnet man alle Lohnnebenkosten und sonstigen Abgaben hinzu, muss etwa der 1, 5 -fache Wert angesetzt werden. Zu den Jahreswechseln 2002/2003 bzw. 2003/2004 wurden die Lohnnebenkosten per Verordnung gesenkt. Unter anderem wurde die Schwerbehindertenabgabe ersatzlos gestrichen und die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung sowie für die Renten- und Krankenversicherung gesenkt. Allerdings wurde die Bemessungsgrenze für die Rentenversicherung auf fünf statt wie bisher drei Bruttodurchschnittslöhne erhöht. Damit werden die besser verdienenden Arbeitnehmer (und damit in den meisten Fällen der Arbeitgeber) stärker belastet. Seit dem ersten April 2004 ist eine gesetzliche Unfallversicherung in Kraft getreten.
 

 
   

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